Tauchen mit Sauerstoff

Um längere Zeit unter Wasser bleiben zu können, benötigen Taucher Sauerstoff. Doch in einer sogenannten Druckluftflasche ist mehr als nur Sauerstoff. Sie enthält ein Gemisch aus Stick- und Sauerstoff, welches im Normalfall mit einem Druck von 200 bar in die Flasche gefüllt wird. Der Grund für den hohen Druck liegt auf der Hand: Man bekommt so deutlich mehr Luft auf kleineren Raum. 2 Liter Sauerstoff bei 200 bar entsprechen ca 400 Litern Sauerstoff bei 1 bar (normaler Luftdruck).

Worauf muss ich beim Tauchen achten?

Wichtig vorab: Beim Tauchen fällt oft der Begriff “Sauerstoffflasche”, jedoch sollte man in keinem Fall nur Sauerstoff mit unter die Wasseroberfläche nehmen. Tauchen mit reinem Sauerstoff ist tatsächlich sogar sehr gefährlich, da zu hohe Konzentrationen des Gases giftig sind und man sich eine Sauerstoffvergiftung zuzieht (Toxikose).


Trotzdem sollten Taucher, Tauchlehrer etc. stets einen Sauerstoff Notfallkoffer zur Hand haben. Sollte man nach dem Tauchen zu viel Stickstoff in der Lunge haben, so wird mit reinem Sauerstoff das richtige Verhältnis wiederhergestellt.

Ein Taucher mit Atemluftflasche

Was braucht man alles zum Tauchen?

Zunächst muss man also sicherstellen, dass man das richtige Gasgemisch ausgesucht hat. Möchte man normale Atemluft oder lieber Nitrox? Wie oben beschrieben variiert je nach Anwendung.


Druckluftflaschen speziell für das Tauchen werden mit 5, 7, 8, 10, 12, 15 und 20 Litern Inhalt angeboten. Die Wahl der Flaschengröße ist abhängig von Körperbau, Einsatz, Tauchtiefe und -Zeit. Die im Sporttauchbereich gängigsten Größen sind 10l, 12l und 15l.


Bei einer Tauchtiefe von 10 Metern kann man mit einer 10 Liter Atemluftflasche ca 45 bis 60 Minuten unter Wasser bleiben, solange man nicht ungewöhnliche Anstrengungen durchführen muss, wie beispielsweise gegen eine Strömung schwimmen.Den Großteil der Ausrüstung bekommt man ganz einfach im Verleih der Tauchschule oder des Tauchresorts. Besonders als Anfänger sollte man daher nicht voreilig teures Equipment kaufen.


Man kann bei den meisten Tauchschulen auch einen günstigen Schnupperkurs machen, bei dem man das Tauchen erst einmal ein wenig kennenlernt. Eigene Ausrüstung lohnt sich in der Regel nur, wenn man genau weiß, was man haben möchte und auch regelmäßig tauchen geht.

Brauche ich eine eigene Tauchflasche?

Im Normalfall nicht – trotzdem sollte man gut über Tauchflaschen und die restliche Ausrüstung informiert sein, um mögliche Gefahren frühestmöglich zu erkennen und aus dem Weg gehen zu können.
Eine eigene Flasche macht allerdings wenig Sinn, da man normalerweise im Urlaub tauchen geht und nicht eine schwere Gasflasche mit einpacken möchte.

Was ist Nitrox?

Beim Sporttauchen trifft man über kurz oder lang den Begriff “Nitrox” oder “Nitrox Tauchen” an. Nitrox ist ein speziell fürs Tauchen entwickeltes Atemgasgemisch, welches einen erhöhten Sauerstoffanteil enthält (ca. 32-40% anstelle der üblichen 21%). Dieses ermöglicht dem Taucher, längere Tauchgänge durchzuführen, da die sogenannte Nullzeit verlängert wird. Diese beschreibt die Zeit, die man abtauchen kann, ohne einen Dekompressionsstop (verharren auf einer bestimmten Tiefe, um die Druckverhältnisse anzupassen) einlegen zu müssen.


Allerdings darf man mit Nitrox weniger tief tauchen als mit normaler Atemluft. Das liegt an der höheren Sauerstoffkonzentration, die bei erhöhtem Druck gefährlich für die Lunge wird. Mit einer normalen Druckluftflasche kann man bis ca. 60m tief tauchen, mit Nitrox nur 30-40m (je nach O2-Konzentration).

Technisches Tauchen

Für diejenigen, die noch tiefer tauchen möchten wollen, gibt es das sogenannte technische Tauchen, auch Tek-Tauchen oder Tec-Tauchen genannt. Um Tiefen über 60m erkunden zu können, benötigt es spezielle Ausrüstung und spezielle Atemgasgemische. Es werden hierfür spezielle Gasgemische verwendet, zum Beispiel Trimix, Heliox oder Hydreliox eingesetzt.

Diese Atemgase sind mit Helium angereichert und erlauben so tiefere Tauchgänge. So können z.B. Forscher länger und tiefer tauchen, um beispielsweise Schiffswracks zu erkunden. Auch zum Höhlentauchen wird Tec-Tauchen angewendet.

Tauchen ohne Sauerstoff

Man sagt, dass der Mensch 3 Wochen ohne Nahrung, 3 Tage ohne Flüssigkeit aber nur Minuten ohne Sauerstoff auskommt. Die sogenannten Apnoe-Taucher (auch Frei trotzen dieser Regel durch gezielte Übungen. Apnoe-Tauchen geschieht ganz ohne Druckluftflasche und mit nur einem Atemzug. Der Weltrekord liegt tatsächlich bei über 11 Minuten ohne Atemzug. 1976 erreichte der erste Apnoe-Taucher die 100m Marke in der Tiefe.

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